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Dachrinnen-Gefälle-Rechner

Berechnen Sie Dachrinnen-Gefälle, Gesamt-Höhenunterschied und Abschnitts-Abfall nach DIN EN 12056-3 Mindestgefälle 1:500 (2 mm/m) oder einem eigenen 1:N-Verhältnis.

Dachrinnen-Gefälle-Rechner

Berechnen Sie Dachrinnen-Gefälle, Gesamt-Höhenunterschied und Abschnitts-Abfall nach DIN EN 12056-3 Mindestgefälle 1:500 (2 mm/m) oder eigenem Verhältnis.

Gesamt-Höhenunterschied
36 mm
Gefälle-Verhältnis: 1:500 · Abfall je Meter: 2 mm
Wirksame Länge (pro Seite): 18 m · Empfohlene Fallrohre: 2
Gefälle-Verhältnis
1:500
Bezugsnorm
DIN EN 12056-3 — Mindestgefälle 1:500 (2 mm/m)
Status
Erfüllt DIN EN 12056-3

Abfall je Abschnitt

Abstand vom HochpunktKumulierter Abfall
1 m2 mm
2 m4 mm
3 m6 mm
4 m8 mm
5 m10 mm
6 m12 mm
7 m14 mm
8 m16 mm
9 m18 mm
10 m20 mm
11 m22 mm
12 m24 mm
13 m26 mm
14 m28 mm
15 m30 mm
16 m32 mm
17 m34 mm
18 m36 mm

Was dieser Rechner leistet

Dieser Rechner beantwortet drei Fragen zum Dachrinnen-Gefälle:

  1. Welcher Gesamt-Höhenunterschied ist bei meiner Rinnen-Strecke nötig? Aus Lauflänge und Gefälleregel wird die Differenz vom Hochpunkt zum Fallrohr ermittelt.
  2. Wie viel kumulierter Abfall pro Meter? Eine Pro-Meter-Tabelle, die Sie als Schlagschnur-Vorlage am Stirnbrett verwenden können.
  3. Erfüllt das Gefälle DIN EN 12056-3? Pass/Fail gegenüber dem Mindestgefälle 1:500 und dem ZVDH-praxisüblichen 1:300 bis 1:200.

Außerdem schlägt er die Anzahl der Fallrohre vor (Faustregel: 1 Fallrohr je 10 m einseitiger Rinnenstrecke) und ermöglicht die Wahl zwischen einseitigem Gefälle und mittigem Hochpunkt.

Bedienung

  1. Einheiten festlegen. Metrisch (m, mm) ist der deutsche Standard. Das Imperial-System (ft, in) ist als Zusatz für US-Hersteller-Datenblätter verfügbar.
  2. Rinnen-Lauflänge eingeben. Ein typisches deutsches Einfamilienhaus hat 14–22 m Rinne, verteilt auf 4–6 Strecken von 4–8 m. Dieser Rechner analysiert eine Strecke nach der anderen.
  3. Verlauf wählen. Einseitiges Gefälle ist Standard für Strecken unter 10 m. Mittiger Hochpunkt empfiehlt sich bei Strecken über 12 m, besonders bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften.
  4. Gefälle-Regel auswählen. Standard 2,0 mm/m (1:500) entspricht DIN EN 12056-3 Mindest. Steiler 4,0 mm/m (1:250) ist die ZVDH-Praxis-Empfehlung. Mindestgefälle ist 1:500. Mit Custom können Sie ein eigenes 1:N eingeben.
  5. Ergebnis ablesen. Gesamt-Höhenunterschied ist die Differenz Hoch-zu-Tiefpunkt. Gefälleverhältnis als 1:N. Die Tabelle zeigt den kumulierten Abfall pro Meter.

Pro-Meter-Abfall-Tabelle

Für eine 14-m-Strecke mit 1:300 (ZVDH-Praxis):

Abstand vom HochpunktKumulierter Abfall
1 m3 mm
2 m7 mm
5 m17 mm
7 m (Mitte)23 mm
10 m33 mm
14 m (Fallrohr)47 mm

Schlagen Sie eine Schnur vom Hochpunkt-Niveau bis 47 mm darunter am Fallrohr-Ende und setzen Sie die ZVDH-Hänger alle 0,5 m entlang der Schnur.

Einseitiges Gefälle vs. mittiger Hochpunkt

Einseitiges Gefälle ist eine durchgehende Neigung vom Hochpunkt zum Fallrohr. Einfacher, ein Fallrohr, optisch ruhiger. Für Strecken bis 10 m.

Mittiger Hochpunkt liegt in der Mitte und fällt zu beiden Enden zu je einem Fallrohr. Die horizontale Strecke bleibt gleich, aber jede Seite sieht nur die halbe Lauflänge — der maximale Abfall halbiert sich. Eine 16-m-Strecke einseitig fällt 53 mm; mittig nur 27 mm pro Seite. Das Auge nimmt sie als nahezu waagerecht wahr. Empfehlenswert bei Strecken über 12 m, an Straßenfront-Eingangsseiten von Reihenhäusern und bei Sanierungen denkmalgeschützter Gebäude.

Bezugsnormen und Vorschriften (Deutschland)

  • DIN EN 12056-3:2001 mit nationalem Anhang — Schwerkraftentwässerungsanlagen Teil 3, Gesamtbemessung Dachentwässerung. Mindestgefälle 1:500.
  • DIN 1986-100:2016 — Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, ergänzende deutsche Bemessungsregeln.
  • DIN 18460 — Dachentwässerung mit Klempnerarbeiten.
  • DIN EN 1462:2005 — Rinnenhalter-Belastungsklassen.
  • DIN EN 1991-1-3 NA / KOSTRA-DWD 2010R — Bemessungsregenspende für Standortwahl.
  • ZVDH Klempnerfachregeln 2024 — Praxisgefälle 1:300 bis 1:200 für Titanzink, Kupfer, Edelstahl.
  • Handwerksordnung Anlage A — Klempnerarbeiten sind zulassungspflichtiges Handwerk.
  • DGUV Vorschrift 38 — Bau-Berufsgenossenschaft, Sicherheitsregeln für Dacharbeiten.
  • § 10 DSchG (länderspezifisch) — denkmalrechtliche Erlaubnis bei geschützten Bauten.
  • § 35a EStG — Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen 20% / max. 1.200 € pro Jahr (für die Lohnkosten der Rinnen-Arbeiten).

Schneelast und Eiszapfen-Mitigation

In den Schneelastzonen 2 und 3 (Bayerische Voralpen, Schwarzwald, Harz, Erzgebirge, Rhön, Sauerland) empfiehlt sich ein Gefälle von 1:200 (5 mm/m) statt 1:500. Drei Gründe:

  1. Schmelzwasserabfuhr. Bei Wechseltemperaturen im Februar/März fließt Schmelzwasser schneller ab und friert nicht über Nacht in der Rinne wieder ein.
  2. Eiszapfen-Reduktion. Steileres Gefälle minimiert den stehenden Wasserspiegel im Tiefpunkt der Rinne — der Hauptentstehungsort von Eiszapfen.
  3. Schneerutsch-Belastung. Wenn Schnee vom Steildach abrutscht und in die Rinne fällt, drainiert die Schmelze schneller und entlastet die Rinnenhänger.

In den Niederrhein- und Norddeutschen Tiefland-Regionen (Schneelastzone 1, sk ≤ 0,65 kN/m²) reicht das Standard-1:500-Gefälle aus.

Verwandte Rechner und Leitfäden

Quellen: DIN EN 12056-3:2001 mit deutschem nationalem Anhang; DIN 1986-100:2016; ZVDH Klempnerfachregeln 2024; KOSTRA-DWD 2010R; Rheinzink/VMZINC/Aurubis Verlegerichtlinien 2026; MyHammer / Verbraucherzentrale Preisspiegel.

Häufig gestellte Fragen

Welches Mindestgefälle gilt für Dachrinnen in Deutschland?
DIN EN 12056-3 mit deutschem nationalem Anhang setzt das Mindestgefälle für Dachrinnen bei 1:500 — etwa 2 mm Höhenunterschied pro laufendem Meter. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) empfiehlt in seinen Klempnerfachregeln 2024 ein praktisches Arbeitsgefälle von 1:300 bis 1:200 (3 bis 5 mm/m), weil dies die Selbstreinigung verbessert und einen Spielraum gegen Befestigungs-Setzungen bietet. Bei Titanzink, Kupfer und Edelstahl-Rinnen verlangen die Hersteller (Rheinzink, VMZINC, Aurubis, KME, NedZink) oft das ZVDH-Praxisgefälle als Garantievoraussetzung. Steiler als 1:100 wirkt von der Straße aus sichtbar schief und wird vom Bauherrn als Mängelarbeit wahrgenommen.
Wie messe ich das Gefälle einer bestehenden Dachrinne?
Mit einer 1,2 m oder 2 m langen Wasserwaage und einem Maßband. Wasserwaage auf die Vorderkante der Rinne legen, das tiefere Ende anheben, bis die Libelle mittig steht, und die Hubhöhe messen. Auf mm-pro-Meter umrechnen: ein 4-mm-Spalt bei einer 2-m-Wasserwaage = 2 mm/m = Gefälle 1:500. Alternativ liefert ein Linienlaser (Bosch GLL 3-330CG) sub-Millimeter-Genauigkeit auf Längen bis 12 m. Bei Titanzink-Rinnen mit ZVDH-Hängern alle 0,5 m sollten die Hänger eine durchgehende Linie auf dem Stirnbrett bilden — Abweichungen deuten auf Setzung oder fehlerhafte Montage hin.
Sollte ich auf langen Strecken Einseitiges Gefälle oder mittigen Hochpunkt verwenden?
Einseitiges Gefälle (Hochpunkt an einem Ende, Fallrohr am anderen) ist die Standardlösung für Strecken unter 10 m, weil es einfacher zu setzen ist und nur ein Fallrohr benötigt. Mittiger Hochpunkt mit Gefälle zu beiden Enden empfiehlt sich bei Strecken über 12 m, weil dadurch der sichtbare Höhenunterschied halbiert wird (eine 16-m-Rinne mit 1:300 fällt einseitig 53 mm, mittig nur 27 mm pro Seite). Reihenhäuser und Doppelhaushälften nutzen häufig die Trennwand als natürlichen Hochpunkt. Der Mehraufwand ist ein zweites Fallrohr — bei Titanzink-Fallrohren kostet das ca. 60-90 €.
Gilt DIN EN 12056-3 auch für Denkmalgeschützte Gebäude?
DIN EN 12056-3 setzt das technische Mindestgefälle, aber bei denkmalgeschützten Gebäuden muss zusätzlich die denkmalrechtliche Erlaubnis nach § 10 DSchG (länderspezifisch — Bayern Art. 6 BayDSchG, Baden-Württemberg § 8 DSchG BW) eingeholt werden. Häufig wird die ursprüngliche Detailausführung verlangt — historische Kupfer- und Zinkrinnen wurden oft mit sehr flachem Gefälle (1:1000 oder weniger) ausgeführt, um die horizontale Traufe des Gebäudes zu erhalten. Die Untere Denkmalschutzbehörde lässt häufig 1:600 zu, sofern das Originaldetail erhalten bleibt. Bei Bauten in der Bayerischen Denkmalliste oder UNESCO-Welterbestätten (Bamberg, Lübeck, Wismar, Weimar) ist eine separate Materialfreigabe nötig — Aluminium und Verzinktstahl werden in Altstadtgebieten meist abgelehnt.
Wie viele Fallrohre brauche ich auf einer Dachrinne?
DIN EN 12056-3 dimensioniert Fallrohre nach Bemessungsregenspende (KOSTRA-DWD 2010R für Ihren Standort, 5-Minuten-Dauer, Wiederkehrzeit T = 5 Jahre), Dachfläche und Rinnenquerschnitt. Für typische deutsche Wohnhäuser mit 100 mm halbrunden Rinnen bei 1:500 Gefälle gilt die Faustregel: ein DN 80 Fallrohr je 8–10 m Rinnenlänge (einseitig) bzw. 12 m (mittiger Hochpunkt). In Starkregenregionen (Bayern, Baden-Württemberg, NRW Köln-Aachen, Hamburg-Stade Niederelbe) mit r5,5 > 250 l/(s·ha) sollte das Fallrohr auf DN 100 hochgesetzt und der Abstand auf 6 m verkürzt werden. Kombinieren Sie diesen Rechner mit unserem Rinnen-Größen-Rechner für die formale DIN EN 12056-3-Berechnung.
Warum läuft meine Rinne am Hochpunkt über?
Drei häufige Ursachen. Erstens: unterdimensioniertes Fallrohr — ein DN 80 entwässert ca. 35 m² Dachfläche, ein DN 100 etwa 75 m². Liegt die angeschlossene Dachfläche darüber, staut das Wasser unabhängig vom Gefälle. Zweitens: Gefälle ist korrekt, aber die Rinne hat sich zwischen den Hängern abgesenkt — alle 0,5 m muss eine gerade Linie liegen. Ein gelockerter Hänger erzeugt eine Mulde mitten in der Strecke. Drittens: das Fallrohr ist im Übergangsbogen oder im Anschluss zum Geländekanal verstopft. Buchen-, Eichen- und Lindenlaub im Herbst ist das dominante Problem in deutschen Reihenhausgebieten — eine Reinigung im November ist Pflicht.
Kann ich nachträglich Gefälle in eine waagerecht montierte Rinne einbauen?
Ja. Die Rinne aus den Hängern herausnehmen, jeden zweiten Hänger entfernen, eine Schlagschnur am Stirnbrett vom Hochpunkt zum Tiefpunkt (Abfall = Lauflänge × 2 mm/m bei 1:500) spannen und die Rinne neu einhängen. Hänger im ZVDH-Standardabstand alle 0,5 m setzen. Rechnen Sie für eine 12-m-Strecke 4–6 Stunden für einen versierten Heimwerker oder 280–520 € Handwerkerlohn. Bei Titanzink- und Kupferrinnen über 8 Jahre alt zeigt das Aushängen oft Material-Ermüdung und Lötfugen-Risse — eine komplette Erneuerung ist meist wirtschaftlicher (siehe Rinnen-Installations-Kosten-Rechner). Wichtig: Klempnerarbeiten an Titanzink, Kupfer und Edelstahl gehören nach Handwerksordnung Anlage A in das zulassungspflichtige Klempnerhandwerk — Eigenleistung ist nur bei Ersatz-Reparatur (nicht bei Neumontage) zulässig.
Ist das DIN EN 12056-3 Mindestgefälle eine Bauvorschrift oder eine Empfehlung?
DIN EN 12056-3 ist über die Landesbauordnungen als Technische Baubestimmung eingeführt — § 3 MBO Allgemeine Anforderungen + Verweis im jeweiligen Landesrecht. Die Einhaltung der Norm gilt damit als baurechtlich vermutet. Die Bauaufsichtsbehörden prüfen Rinnen-Gefälle, Fallrohrzahl und Anschluss zum Geländekanal bei Neubau und größeren Sanierungen. Bei kleineren Reparaturen und Like-for-Like-Ersatz wird in der Praxis selten formal kontrolliert, aber die ZVDH-Klempnerfachregeln 2024 sind in Gerichtsverfahren als anerkannte Regel der Technik bindend (BGH VII ZR 217/93). Dachdecker- und Klempner-Innungen prüfen die Norm-Einhaltung bei Mitgliederbetrieben streng.

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