Dachlüftungs-Rechner
Dachlüftung dimensionieren nach DIN 4108-3 — freier Lüftungsquerschnitt an Traufe und First, Stückzahlen für Lüfterprofile und Firstlüfter.
Dachlüftungs-Rechner
Berechnung der erforderlichen Hinterlüftungsquerschnitte nach DIN 4108-3 — Traufe und First.
Was berechnet dieser Rechner
Dieser Rechner dimensioniert die Dachlüftung nach DIN 4108-3 und der Fachregel des Deutschen Dachdeckerhandwerks Nr. 13 (ZVDH). Eingegeben werden Dachfläche, Traufen- und Firstlänge sowie das Lüftungsverhältnis. Ausgegeben werden der erforderliche freie Lüftungsquerschnitt in cm² an Traufe und First sowie konkrete Stückzahlen für Lüfterprofile, Firstlüfterbänder und alternativ Lüfterziegel.
Die DIN 4108-3 verwendet die Vorgabe 200 cm²/m an der Traufe und 50 cm²/m am First für belüftete zweischalige Dächer mit Dachneigung über 22°. Bei flacheren Neigungen oder fehlender Dampfbremse erhöhen sich die Werte; der Rechner berücksichtigt diese Fälle über die Auswahl 1/300 vs 1/150.
Bedienung
- Dachfläche eingeben (m²). Die geneigte Dachfläche, nicht die Grundfläche. Für ein typisches deutsches Einfamilienhaus mit 7 × 10 m Grundfläche und 35°-Satteldach sind das ca. 140 m².
- Lüftungsverhältnis wählen. 1/300 mit Dampfbremse, 1/150 ohne Dampfbremse oder bei Dachneigung unter 15°.
- Traufenlänge und Firstlänge eingeben (m). Bei Satteldach: 2 × Hauslänge an der Traufe + Hauslänge am First.
- Ergebnis ablesen. Die große Zahl ist der erforderliche freie Querschnitt. Die drei kleinen Karten zeigen Stückzahl Traufenlüfter, Firstlüfterlänge und Giebellüfter-Alternative.
DIN 4108-3 — die Norm im Detail
DIN 4108-3 (Klimabedingter Feuchteschutz, Teil 3 von DIN 4108) regelt den Feuchteschutz von Bauteilen mit hygrothermischer Beanspruchung. Für belüftete Dächer gelten:
| Dachneigung | Mindestquerschnitt Traufe | Mindestquerschnitt First |
|---|---|---|
| ≥ 22° (Regelneigung) | 200 cm²/m | 50 cm²/m |
| 10° – 22° (untere Regelneigung) | 250 cm²/m | 50 cm²/m |
| unter 10° (Flachdach-nahe) | nicht über DIN 4108-3 herstellbar | mechanische Lüftung erforderlich |
Die Vorgaben gelten für Hinterlüftungsräume ab 20 mm Mindesthöhe; bei Sparrenlängen über 10 m sind 50 mm Mindesthöhe erforderlich.
Lüftungsprodukte und freier Querschnitt (deutscher Markt)
| Produkt | Freier Querschnitt | Quelle |
|---|---|---|
| Klöber Traufenlüftungsband | 200 cm²/m | Produktdatenblatt |
| Braas Universal-Traufenlüftung | 220 cm²/m | Produktdatenblatt |
| Bauder Traufenlüfter | 230 cm²/m | Produktdatenblatt |
| Klöber Permo Roll Firstlüftungsband | 60 cm²/m | Produktdatenblatt |
| Braas FirstRoll | 60 cm²/m | Produktdatenblatt |
| Klöber Lüfterziegel Frankfurter Pfanne | 80 cm² je Stück | Produktdatenblatt |
| Braas Lüfterziegel Tegalit | 90 cm² je Stück | Produktdatenblatt |
| Giebel-Lüftungsgitter 30 × 45 cm | 450 cm² je Stück | Klöber, Manex |
Häufige Ausführungsfehler in Deutschland
Dämmung dicht an der Unterspannbahn. Klassischer Fehler bei Zwischensparrendämmung — die Dämmung wird flush mit der Unterspannbahn eingebaut, sodass kein Hinterlüftungsraum mehr vorhanden ist. Lösung: Dämmstärke um 20–50 mm reduzieren oder Sparrenaufdoppelung mit Konterlattung.
Traufenlüftung durch Vogelschutzgitter zugesetzt. Die DIN-konformen 200 cm²/m gelten für freien Querschnitt — engmaschige Vogelschutzgitter reduzieren den effektiven Querschnitt um 30–50 %. Verwenden Sie zertifizierte Traufenlüfter mit integriertem Vogelschutz (Klöber, Braas, Bauder).
Firstlüfter ohne ausreichenden Traufenausgleich. Wird ein Firstlüftungsband mit 60 cm²/m eingebaut, aber nur 100 cm²/m an der Traufe vorgehalten, entsteht ein Strömungs-Ungleichgewicht: Der First saugt mehr Luft an, als die Traufe nachliefern kann. Die Differenz wird aus undichten Stellen in der Dampfbremse gezogen — direkt aus dem Wohnraum. Energie- und Feuchteschaden.
Bad- und Küchenabluft in den Dachraum. Selten in Deutschland (im Gegensatz zu UK und USA), aber bei Eigenbauten und Altbau-Sanierungen anzutreffen. Abluft immer durch Dachhaut nach außen führen.
Konterlattung an der Traufe geschlossen. Die Konterlattung muss an der Traufe offen enden, damit die Außenluft eintreten kann. Eine durchgehende geschlossene Traufenleiste verhindert die Hinterlüftung trotz korrekt dimensioniertem Lüfterband.
Klimabedingungen in Deutschland
In den Mittelgebirgen (Schwarzwald, Bayerischer Wald, Sauerland, Erzgebirge) gelten teils strengere Anforderungen — Schneelasten und längere Frostperioden erhöhen das Risiko von Tauwasserbildung an der kalten Dachhaut. Die DIN-Vorgaben sind die Untergrenze; viele Dachdeckerbetriebe in den Mittelgebirgen dimensionieren auf 250 cm²/m an der Traufe und 80 cm²/m am First für zusätzlichen Sicherheitsabstand.
In norddeutschen Küstenregionen (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) sind starke Winde und horizontaler Schlagregen die Hauptbelastung — die Hinterlüftung muss zuverlässig auch bei Sogbedingungen funktionieren. Hier sind Klöber- und Braas-Produkte mit Sturmsicherung Pflicht.
Bezugsnormen (Deutschland)
- DIN 4108-3:2018-10 — Klimabedingter Feuchteschutz: Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung.
- DIN 4108-7:2011-01 — Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden — Luftdichtheit von Gebäuden.
- Fachregel des Deutschen Dachdeckerhandwerks Nr. 13 — Hinterlüftete Dächer (ZVDH).
- DIN EN 15026:2007 — Hygrothermische Simulation für unbelüftete Dächer.
- VOB/C DIN 18338 — Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten — vertraglicher Bezug.
- GEG 2024 (Gebäudeenergiegesetz) — U-Wert-Anforderungen, indirekt für Dachaufbau relevant.
- Klöber, Braas, Bauder, Velux — Herstellerunterlagen mit zertifiziertem freiem Querschnitt.
Verwandte Rechner und Anleitungen
- Dachdämmung-Rechner — U-Wert und Dämmstärke
- Dachflächen-Rechner — geneigte und projizierte Dachfläche
- Schneelasten-Rechner — Schneelastzonen nach DIN EN 1991-1-3
Quellen: DIN 4108-3:2018-10 Klimabedingter Feuchteschutz; ZVDH Fachregel Nr. 13 Hinterlüftete Dächer; VOB/C DIN 18338 Dachdeckungsarbeiten; Produktdatenblätter Klöber, Braas, Bauder, Velux; ZVDH Merkblatt Wärmeschutz und Energieeinsparung; GEG 2024 Anhang 1.