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Dachboden-Dämmungs-Rechner

Berechnen Sie Aufdämmstärke, Sackanzahl und Materialkosten für Zellulose, Glaswolle und Steinwolle. GEG-2024-Anforderungen U ≤ 0,24 W/(m²K).

Dachboden-Dämmungs-Rechner

Berechnung der erforderlichen Aufdämmstärke, Sackanzahl und Materialkosten aus Dachbodenfläche, GEG-Zielwert und bestehender Dämmung.

Erforderliche Aufdämmstärke
74.843 mm
R-Wert-Lücke: R-17 (2,99 m²K/W)
Äquivalenter U-Wert (W/m²K): 0,2 W/m²K
Materialmenge
17 Säcke
Materialkosten (Schätzung)
306 €
Bezugsnorm
GEG § 47 / DIN 4108-2 / DIN EN ISO 6946

Was dieser Rechner leistet

Dieser Rechner bestimmt die erforderliche Aufdämmstärke, die Sackanzahl bzw. Bahnenmenge und die Materialkosten in Euro 2026, um Ihren Dachboden auf den GEG-Zielwert oder einen KfW-Effizienzhaus-Standard zu bringen. Er funktioniert für Zellulose-Einblasdämmung, Glaswolle (Bahnen oder Einblasdämmung) sowie Steinwolle-Bahnen.

Geben Sie die Dachboden-Grundfläche in m² ein, den Ziel-R-Wert (Standard: GEG-Mindestwert) und den R-Wert der bestehenden Dämmung. Der Rechner zeigt die R-Wert-Lücke, die erforderliche Aufdämmstärke, die Materialmenge und die geschätzten Materialkosten zu typischen Großhandelspreisen 2026 (Raab Karcher, Bauhaus, Hagebau, Hornbach).

GEG-Anforderungen 2024

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) trat am 1. Januar 2024 in Kraft und ersetzt EnEV, EnEG und EEWärmeG. §47 GEG setzt folgende Maximal-U-Werte für oberste Geschossdecken:

GebäudetypU-Wert (W/m²K)R-Wert (m²K/W)Glaswolle-Stärke
Neubau (GEG-Standard)0,147,0280 mm
Effizienzhaus 550,128,2330 mm
Effizienzhaus 400,109,9400 mm
Bestand bei Renovierung0,244,0160 mm
Nachrüstpflicht §470,244,0160 mm

Der Praxis-Empfehlungswert der Verbraucherzentrale für Bestandssanierungen liegt bei 20–24 cm Mineralwolle (U ≈ 0,17 W/m²K). Das übertrifft die Mindestpflicht und ergibt einen sinnvollen Puffer gegen Setzungen und Wärmebrücken über die Deckenbalken. Höhere Aufdämmungen (30 cm und mehr) sind erst ab Effizienzhaus-55-Niveau wirtschaftlich, wenn sie mit Wandsanierung und Heizungstausch kombiniert werden.

Wie die Berechnung funktioniert

Der Rechner subtrahiert den vorhandenen R-Wert vom Zielwert, ermittelt die R-Wert-Lücke und teilt diese durch die λ-Wert-Kennzahl des gewählten Dämmstoffs:

Stärke (m) = R-Lücke × λ

Mineralwolle mit λ=0,040 W/(mK) und R-Lücke 4,0 m²K/W: Stärke = 4,0 × 0,040 = 0,160 m = 160 mm.

Sackanzahl-Berechnung verwendet Datenblattangaben der Hersteller. Climacell C-Top-Zellulose: 12,5 kg pro Sack, 5 m² Deckung bei 200 mm. Knauf Supafil-Glaswolle: 14 kg pro Sack, 6 m² Deckung bei 200 mm. Bei dickeren Aufträgen sinkt die Sackdeckung proportional zur Stärke.

Materialkosten basieren auf 2026-Durchschnittspreisen: Zellulose 18 € pro Sack, Glaswolle-Einblasdämmung 24 €, Glaswolle-Bahnen 42 € pro 5 m²-Pack, Steinwolle-Bahnen 48 € pro 5 m²-Pack.

λ-Werte deutscher Dämmstoffe

Dämmstoffλ (W/mK)typische Auftragsstärke für U-0,17
Zellulose-Einblasdämmung (Isofloc, Climacell)0,040240 mm
Glaswolle-Bahnen (Isover, Knauf Earthwool)0,044260 mm
Glaswolle-Einblasdämmung (Knauf Supafil)0,044260 mm
Steinwolle-Bahnen (Rockwool RWA45)0,034200 mm
Holzfaserplatten (Gutex Thermosafe)0,038220 mm
Schafwolle (Black Mountain, Thermafleece)0,038220 mm
Hanf-Bahnen (Hanffaser Uckermark)0,040240 mm
PIR-Hartschaum (Bauder, IsoBouw)0,022130 mm

Steinwolle hat den niedrigsten λ-Wert mineralischer Stoffe und gilt als Brandschutzklasse-A1-Material nach DIN 4102-1 — wichtig bei Aufstockung in BImSchG-relevanten Standorten oder bei Holzhaus-Konstruktionen, wo der Brandschutz der Deckenebene kritisch ist. Holzfaser und Schafwolle bieten überlegene feuchtetechnische Eigenschaften (Sorptionsfähigkeit, Phasenverschiebung im Sommer) bei vergleichbarem U-Wert, aber zu deutlich höheren Materialkosten (rund 2× Mineralwolle).

Bestandsdämmung-Aufnahme

Vor der Berechnung der Aufdämmstärke die vorhandene Dämmschicht messen. Mit einem Holzlineal an drei bis vier Stellen vertikal in die Schicht eintauchen und die Tiefe ablesen. Anschließend in R-Wert umrechnen:

  • 80 mm Glaswolle aus 1990, ungestört: 0,080 / 0,044 = R-1,8 m²K/W
  • 120 mm Glaswolle-Bahn aus 2010, ungestört: 0,120 / 0,040 = R-3,0
  • 100 mm gesetzte Zellulose-Einblasdämmung: 0,100 / 0,045 (gesetzte λ-Erhöhung) = R-2,2
  • 60 mm Vermiculit aus pre-1990: STOPP — Vermiculit aus der Zonolite-Mine in Libby, Montana kann asbestkontaminiert sein. Vor jeder Sanierung Probe an akkreditiertes Labor (TÜV, Eurofins) senden.

Für ein 1990er-Reihenhaus mit Glaswolle-100-mm-Bahnen (R-2,3) erfordert die Aufdämmung auf GEG-Sanierungs-Standard U-0,24 etwa 80 mm zusätzliche Mineralwolle kreuzgelegt — preiswerteste Lösung im Praxis-Vergleich.

Förderprogramme im Detail

BAFA Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) Einzelmaßnahmen erstattet 15% der förderfähigen Kosten für Dämmung der obersten Geschossdecke, 20% mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) eines BAFA-zugelassenen Energieberaters. Materialobergrenze: 60 €/m². Für 80 m² Aufdämmung mit Materialkosten 800 € und Lohnkosten 1.200 € (Material 800 € + Lohn 1.200 € = 2.000 €): BAFA erstattet 15% × 2.000 = 300 € (oder 400 € mit iSFP).

KfW Programm 261/461 Tilgungszuschuss für Erreichen eines Effizienzhaus-Standards (55, 40, 40 Plus). Sinnvoll, wenn Dämmung Teil einer umfassenden Sanierung ist. Tilgungszuschuss bis 25% der förderfähigen Kosten.

§35a EStG Handwerkerleistungen ermöglicht 20% der Lohnkosten als direkte Steuerermäßigung im Einkommensteuerbescheid, max. 1.200 € pro Jahr. Anrechnung nur für Lohnkosten, nicht für Material. Kombinierbar mit KfW-Zuschuss, nicht aber mit BAFA-Zuschuss für dieselben Lohnkosten.

Verbraucherzentrale-Energieberatung (kostenlos zwischen 0 und 30 €) ist Voraussetzung für die Förderung iSFP-Aufschlag und liefert eine fachliche Bewertung, welche Sanierungsmaßnahmen am sinnvollsten sind.

Luftdichtheit und Dampfdiffusion

DIN 4108-7 fordert die durchgängige luftdichte Ebene auf der warmen Seite des Bauteils. Bei der obersten Geschossdecke ist das die Schicht direkt über der Wohnraumdecke — typischerweise eine Dampfbremsfolie (sd ≥ 2 m) unter der OSB-Plattenebene oder eine Lehmputz-/Gipsschlämme-Lösung bei alten Sichtbalkendecken.

Vor der Aufdämmung sind folgende Punkte abzudichten:

  1. Einbauleuchten und Halogenstrahler mit Brandschutzdosen oder durch IP-65 LED-Einbauleuchten ersetzen.
  2. Rohrdurchführungen (Lüftung, Kabelkanäle, Sanitärsteigleitungen) mit Manschetten oder dauerelastischer Dichtmasse abdichten.
  3. OSB-Plattenstöße mit Pro-Clima-Tescon oder Siga Sicrall verkleben.
  4. Bodentreppen-Anschluss mit Stufenkeil und Eckwinkel-Dichtband (Aerocoustic, Pro Clima Contega) ausführen.
  5. Mauerwerks-Anschluss an Dachbalken mit feuchtevariabler Klebemasse (Pro Clima Orcon F, Siga Sicrall).

Ein Blower-Door-Test (DIN EN ISO 9972) vor und nach der Sanierung ist Pflicht für KfW-Effizienzhaus-Förderung und stark empfohlen für jede umfassende Sanierung. Kosten: etwa 350 € pro Termin durch zertifizierte Prüfdienstleister.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Dämmstärke verlangt das GEG für die oberste Geschossdecke?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 §47 setzt für die oberste Geschossdecke einer bestehenden Wohnung einen Mindest-U-Wert von 0,24 W/(m²K) — entspricht etwa 18 cm Mineralwolle (λ=0,040) oder 16 cm Steinwolle (λ=0,035) oder 16 cm Zellulose (λ=0,040). Für Neubauten gilt strenger 0,14 W/(m²K), entsprechend etwa 30 cm Mineralwolle. Wer den KfW-Effizienzhaus-55-Standard erreichen möchte, sollte 35–40 cm Mineralwolle oder das äquivalente in Zellulose-Einblasdämmung einplanen. Die Nachrüstpflicht aus §47 GEG gilt seit 1. Januar 2016 für ungedämmte oberste Geschossdecken in Eigentumshäusern, sofern nicht das Dach selbst gedämmt ist.
Wie viele Säcke Zellulose-Einblasdämmung brauche ich für 80 m² Dachboden?
Ein 12,5-kg-Sack Zellulose deckt rund 5 m² bei einer Auftragsstärke von 200 mm (Setzdichte 35 kg/m³). Für 80 m² Dachboden mit Aufdämmstärke 250 mm benötigen Sie etwa 22 Sack à 12,5 kg, im 2026er Großhandelspreis bei rund 18 € pro Sack also etwa 400 € Materialkosten zuzüglich Maschinenmiete (etwa 80–120 € pro Tag bei Raab Karcher, Bauhaus oder Hagebau). Bei Glaswolle-Einblasdämmung (Knauf Supafil, Isover Insulsafe) liegt die Sackdeckung etwas höher (6 m² pro 14-kg-Sack), aber der Preis pro Sack ebenfalls (etwa 24 €), sodass die Materialkosten in etwa gleich liegen.
Was ist der Unterschied zwischen R-Wert und U-Wert?
Der R-Wert (Wärmedurchlasswiderstand, m²K/W) misst den Widerstand einer Schicht gegen Wärmestrom — höher ist besser. Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient, W/m²K) misst den Wärmedurchfluss durch das gesamte Bauteil inklusive Oberflächenwiderständen — niedriger ist besser. U und R sind reziprok zueinander: U ≈ 1 / (R-Bauteil + Rsi + Rse), wobei die inneren und äußeren Übergangswiderstände zusammen etwa 0,17 m²K/W betragen. R-7 m²K/W entspricht etwa U-0,14 W/m²K. Deutsche Bauphysik-Normen (DIN EN ISO 6946, DIN 4108-2) arbeiten mit U-Werten; Produkt-Datenblätter quoten meist den λ-Wert in W/(mK). Der Rechner oben akzeptiert R-Werte (imperial) und zeigt den entsprechenden U-Wert in W/m²K an.
Kann ich neue Dämmung auf bestehende Glaswolle aufbringen?
Ja — und das Aufdämmen vorhandener oberster Geschossdecken ist die wirtschaftlichste Methode laut Verbraucherzentrale und der ZVDH-Fachregel Wärmeschutz. Die neue Schicht muss kreuzweise zu den Deckenbalken und zur vorhandenen Schicht verlegt werden, um Wärmebrücken über die Balken zu reduzieren. Die alte Schicht nicht zusammendrücken; bei sichtlich verflachter oder feuchter Glaswolle vor dem Aufdämmen entfernen. Einbauleuchten (Halogen, IC-Spots) dürfen nicht überschüttet werden — entweder mit DGUV-konformen Brandschutzdosen ummanteln oder durch IP-65 LED-Einbauleuchten ersetzen. DIN 4108-7 fordert die Luftdichtheit der Dampfbremse vor jeder Dämmaßnahme zu prüfen.
Förderung gibt es für die Dämmung der obersten Geschossdecke?
Ja, mehrere parallele Programme: BAFA Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) Einzelmaßnahmen erstattet 15% der förderfähigen Kosten (oder 20% mit individuellem Sanierungsfahrplan), Materialobergrenze 60 €/m². KfW Programm 261/461 finanziert mit Tilgungszuschuss für Effizienzhaus-Erreichungen. §35a EStG ermöglicht 20% der Lohnkosten als Steuerermäßigung, bis 1.200 € jährlich, für Handwerker-Eigenleistungen — gilt nur für Lohnkosten, nicht für Material. KfW BEG-Zuschuss und §35a sind kumulierbar, BAFA-Zuschuss und §35a für dieselben Lohnkosten dagegen nicht. Verbraucherzentrale.de bietet eine kostenlose Energieberatung, die zur BAFA-Förderung berechtigt ist.
Welcher Dämmstoff ist für deutsche Dachböden am besten?
Zellulose-Einblasdämmung (Climacell, Isofloc, Steico Floc) ist Preis-Leistungs-Sieger für die meisten Aufdämm-Sanierungen — λ=0,040 W/(mK), 90% recyceltes Zeitungspapier, gute Setzungsstabilität. Glaswolle-Einblasdämmung (Knauf Supafil, Isover Insulsafe) ist nicht brennbar, λ=0,044, etwas dünner als Zellulose pro R-Wert. Steinwolle-Bahnen (Rockwool RWA45) bieten λ=0,034 — die niedrigste praxisrelevante Wärmeleitfähigkeit für mineralische Stoffe, plus Brandschutzklasse A1 nach DIN 4102-1 für Aufstockung in BImSchG-relevanten Standorten. Für besonders luftdichte Konstruktionen oder Passivhaus-Sanierungen sind Holzfaserplatten (Gutex Thermosafe, Steico therm, λ=0,038) und Schafwolle (BlackMountain, Thermafleece, λ=0,038) hochwertige Alternativen mit deutlich besseren feuchtetechnischen Eigenschaften.
Brauche ich eine Dampfbremse beim Aufdämmen?
Bei der Aufdämmung einer obersten Geschossdecke ohne Wohnnutzung darüber ist eine Dampfbremse oben auf der Dämmung nicht erforderlich — der Dachboden wirkt als belüfteter Pufferraum. Wichtig ist dagegen die luftdichte Schicht unter der bestehenden Dämmung (Dampfbremsfolie unter der Geschossdeckendecke, Lehmputz, OSB-Platte mit verklebten Fugen). DIN 4108-7 fordert eine durchgängige luftdichte Ebene; ein Blower-Door-Test (DIN EN ISO 9972) deckt Leckagen vor der Dämmaßnahme auf. Bei Sanierung von Steildächern mit Dachausbau gilt dagegen DIN 4108-3: Dampfbremse mit sd-Wert 2–5 m auf der warmen Seite ist Pflicht, oder eine feuchtevariable Membran (Pro Clima Intello, Siga Majrex) bei nachträglicher Innendämmung.
Sollte ich vor dem Aufdämmen Luftdichtheit prüfen?
Ja. Verbraucherzentrale-Studien und der DENA-Sanierungsmonitor zeigen, dass die Kombination aus Aufdämmung plus Luftdichtheit-Sanierung 25–40% mehr Heizenergie spart als die Aufdämmung allein. Die Prioritätenliste: Einbauleuchten und Deckenauslässe abdichten (Brandschutzdosen oder LED-Tausch), Treppenraum-Stiegelöffnung mit Trittschalldämmung und Kantenanschluss aus EPDM-Band ausführen, Rohrdurchführungen mit dauerelastischer Dichtmasse oder Manschetten abdichten, OSB-Stöße mit Pro-Clima-Tescon-Klebeband versiegeln. Ein Blower-Door-Test vor und nach der Sanierung (etwa 350 € pro Termin) ist KfW-Voraussetzung für die Förderung von Effizienzhaus 55 und 40 Standards.

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