Dachmaterial-Rechner (Deutschland)
Dachmaterialien für Ihr Sanierungsprojekt 2026 berechnen: Tonziegel, Betondachsteine, Lattung, Unterspannbahn, First- und Ortgangziegel sowie Arbeitslohn in Euro pro m².
Roofing Material Calculator
Estimate every material you'll need to re-roof a gable house: shingles, underlayment, ice & water shield, drip edge, ridge cap, starter strip, and nails — plus a material-only cost estimate.
Was dieser Dachmaterial-Rechner ermittelt
Der Rechner gibt eine vollständige Materialliste für die Neueindeckung oder Sanierung eines Steildachs in Deutschland aus. Sie geben Geometrie, Dachneigung, Ziegelmodell und Verschnitt ein — der Rechner liefert:
- Dachfläche — Grundfläche multipliziert mit dem Neigungsfaktor, plus gewählter Verschnittzuschlag
- Tonziegel oder Betondachsteine — Stückzahl nach m² inklusive Bruchreserve
- Konterlattung — laufende Meter 30 mal 50 mm, kesseldruckimprägniert
- Traglattung — laufende Meter 30 mal 50 mm, abhängig vom Lattabstand des Ziegels
- Unterspannbahn (USB) oder Unterdeckbahn (UDB) — m² mit Überlappung
- Firstziegel und Firstrolle — Anzahl pro Meter First
- Ortgangziegel — Anzahl pro Meter Ortgang
- Lüftungsziegel — pro 10 m² Dachfläche eine Lüftung im Traufbereich, eine im Firstbereich
- Anschlussbleche — Titanzink oder Kupfer für Wandanschlüsse, Kamine, Dachfenster
- Arbeitslohn — 35 bis 130 Euro pro m² je nach Leistungsumfang
- Materialkosten in Euro — Brutto inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer
Schritt 1 — Grundfläche aufmessen
Messen Sie die Außenkanten Ihres Hauses zur Traufkante hin, also einschließlich Dachüberstand. Bei einem L- oder T-förmigen Grundriss summieren Sie die einzelnen Rechtecke. Ein Haus mit 8 mal 10 Meter Außenmaß und 50 cm Dachüberstand auf jeder Seite hat eine Grundfläche von 9 mal 11 = 99 m² unter dem Dach.
Der Dachüberstand zählt mit, weil das Dach bis zur Traufkante geht — nicht bis zur Außenwand. Das ist der häufigste Schätzfehler bei Eigentümern, die ohne Aufmaß planen.
Schritt 2 — Dachneigung bestimmen
In Deutschland wird die Dachneigung in Grad angegeben (nicht im amerikanischen X/12-Verhältnis). Übliche Wohngebäude-Neigungen liegen zwischen 22 und 45 Grad. Wenn Sie die Neigung nicht kennen, nutzen Sie den Dachneigungs-Rechner — Sie messen die Höhe und horizontale Strecke an einem Sparren und der Rechner gibt den Winkel aus.
Die Mindestneigung — Regeldachneigung in den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks — ist materialabhängig und verbindlich:
- Frankfurter Pfanne, Doppelmuldenfalzziegel: 22 Grad
- Biberschwanz-Doppeldeckung: 30 Grad
- Schiefer altdeutsche Deckung: 25 Grad
- Reet (Norddeutschland): 45 Grad
Bei Unterschreitung sind Zusatzmaßnahmen Pflicht — wasserdichte Unterdeckung, verklebte Nähte und Hersteller-Zulassung.
Der Neigungsfaktor wandelt die Grundfläche in Dachfläche um:
Neigungsfaktor = 1 / cos(Neigungswinkel)
Bei 35 Grad ergibt das 1 / cos(35°) = 1,221. Die tatsächliche Dachfläche ist also 22,1 Prozent größer als die Grundfläche unter dem Dach. Bei 45 Grad sind es bereits 41,4 Prozent. Steile Dächer brauchen entsprechend mehr Material und Lohn.
Schritt 3 — Verschnittzuschlag wählen
Verschnitt entsteht beim Zuschneiden an Ortgang, First, Kehle und Anschlüssen. Übliche Werte:
- 5–8 Prozent für ein einfaches Satteldach ohne Kehlen
- 8–12 Prozent für ein Walmdach mit vier Walmgraten
- 12–15 Prozent für ein gegliedertes Dach mit Gauben, Kehlen und Dachfenstern
- 15–18 Prozent bei komplexer Geometrie mit Türmchen oder Neigungswechseln
Biberschwanzziegel und kleinformatige Schiefer haben weniger Verschnitt als großformatige Frankfurter Pfanne, weil sich Bruchstücke besser verwerten lassen.
Schritt 4 — Ziegelmodell wählen
Der deutsche Markt 2026 wird von vier Herstellern dominiert: Braas (Bramac), Creaton, Erlus und Nelskamp. Häufige Modelle:
- Frankfurter Pfanne (Braas, Creaton): 13 Stück/m², 19 bis 28 Euro/m² Material, Regelneigung 22 Grad. Der deutsche Standard seit den 1950er Jahren.
- Doppelmuldenfalzziegel (Erlus E58, Creaton Magnum): 11 Stück/m², 22 bis 32 Euro/m², modernes Profil
- Biberschwanz (Erlus, Creaton Klassik): 36 Stück/m², 26 bis 38 Euro/m² Material, Regelneigung 30 Grad. Klassisch für Süddeutschland und Denkmalsanierungen.
- Betondachstein Frankfurter (Braas): 13 Stück/m², 12 bis 18 Euro/m², günstigste Variante
- Betondachstein Tegalit (Braas): 9 Stück/m², 14 bis 22 Euro/m², großformatig
- Schiefer altdeutsche Deckung (Rathscheck Moselschiefer): 55 bis 110 Euro/m² Material, Regelneigung 25 Grad. Premiumlösung mit 80–100 Jahren Lebensdauer.
- Reet (Norddeutschland): 80 bis 130 Euro/m², 30 Jahre Lebensdauer, vorgeschriebene Dachneigung mindestens 45 Grad
Asphaltschindeln (Bitumenschindeln, IKO oder Tegola) sind in Deutschland Marginalmarkt — sie kommen praktisch nur auf Gartenhäusern, Carports und einfachen Anbauten zum Einsatz, nicht auf Wohnhäusern.
Schritt 5 — Lattung dimensionieren
Der Lattabstand ist herstellerspezifisch und steht im Verlegehandbuch:
- Frankfurter Pfanne: 31 bis 34,5 cm
- Biberschwanz Doppeldeckung: 14 bis 16 cm (deutlich enger, deshalb mehr Lattung)
- Schiefer: 12 bis 18 cm
Daraus ergibt sich der laufende Meter Traglattung pro m² Dachfläche. Bei der Frankfurter Pfanne mit 33 cm Lattabstand sind das 3 lfm Latten je m². Beim Biberschwanz mit 15 cm sind es 6,7 lfm — also doppelt so viel.
Konterlattung wird mit dem gleichen Sparrenabstand wie die Sparren gerechnet — meist 70 bis 90 cm. Bei einem 9 mal 11 m Dach mit 70 cm Sparrenabstand und 35 Grad Neigung ergeben sich rund 14 Konterlatten je 7 m Länge = 98 lfm.
Material: Fichte oder Kiefer Sortierklasse S 10 nach DIN 4074-1, sägerau, kesseldruckimprägniert (Holzschutzklasse 3 nach DIN 68800-3). Kosten 2026: 4 bis 8 Euro pro m² fertig verlegt.
Schritt 6 — Unterspannbahn
Bei Regeldachneigung genügt eine diffusionsoffene Unterspannbahn (USB) mit sd-Wert unter 0,3 Meter. Kosten 3 bis 6 Euro pro m². Übliche Marken: Delta-Vent N, Tyvek Solid, Bauder TopTec. Überlappung mindestens 10 cm horizontal, 20 cm vertikal nach ZVDH-Merkblatt.
Bei verminderter Dachneigung oder ausgebautem Dachgeschoss kommt eine Unterdeckbahn (UDB) mit verklebten Nahtüberlappungen zum Einsatz, sd-Wert unter 0,1 Meter. Kosten 5 bis 9 Euro pro m². Bei wasserdichter Unterdeckung wird vollflächig verschweißt — etwa Bauder Smart oder Delta-Maxx.
Schritt 7 — Ergebnisse ablesen
Der Rechner liefert die vollständige Materialliste, die Sie an einen Dachdecker-Innungsbetrieb oder einen Baustoffhandel (Wienerberger, Hagebau, Raab Karcher) zur Angebotseinholung weitergeben können.
Beispielrechnung
Referenzdach: 8 mal 10 m Außenmaß, 50 cm Dachüberstand, Satteldach, 35 Grad Neigung, Frankfurter Pfanne, 8 Prozent Verschnitt, USB:
Grundfläche unter Dach = 9 × 11 = 99 m²
Neigungsfaktor = 1 / cos(35°) = 1,221
Dachfläche = 99 × 1,221 = 120,9 m² (beide Dachhälften)
Mit 8 Prozent Verschnitt = 130,5 m²
Frankfurter Pfanne: 130,5 × 13 = 1.697 Stück
Konterlattung 30×50 mm: 14 Reihen × 7 m = 98 lfm
Traglattung: 130,5 × 3 = 392 lfm (Lattabstand 33 cm)
Unterspannbahn: 130,5 × 1,1 (Überlappung) = 144 m²
Firstlänge = 10 m → 25 Firstziegel + 2 Firstrollen
Ortgang = 2 × 12,2 m = 24,4 m → 73 Ortgangziegel
Lüftungsziegel: 130 / 10 = 13 Stück Trauflüfter
Material gesamt (Ziegel 23 €/m² + Latten + Bahn + First/Ortgang)
= ca. 5.300 €
Arbeitslohn 95 €/m² × 130 m² = 12.350 €
Gesamtkosten brutto ≈ 17.650 € (inkl. 19 % MwSt.)
Preisannahmen 2026 (Brutto-Listenpreise)
Quellen: ZVDH-Kostenkennwerte 2026, MyHammer-Marktreport Q1 2026, Verbraucherzentrale 2026, Hagebau- und Raab-Karcher-Listen 2026.
- Frankfurter Pfanne (Braas, Creaton): 19–28 €/m² Material
- Biberschwanz (Erlus, Creaton): 26–38 €/m²
- Doppelmuldenfalzziegel: 22–32 €/m²
- Betondachstein Frankfurter (Braas): 12–18 €/m²
- Schiefer altdeutsche Deckung: 55–110 €/m²
- Konterlattung 30×50 mm KDI: 1,80–2,80 €/lfm
- Traglattung 30×50 mm KDI: 1,60–2,40 €/lfm
- Unterspannbahn (Delta-Vent): 3–6 €/m²
- Unterdeckbahn (Bauder Smart): 5–9 €/m²
- Firstziegel + Firstrolle: 4,50–8,00 €/Stück + 18 €/Rolle
- Ortgangziegel: 5–9 €/Stück
- Titanzink-Anschlussblech: 22–35 €/lfm
- Sturmklammern (über 60° oder bei verminderter Neigung): 0,12–0,25 €/Stück
Arbeitslohn:
- Reine Eindeckung: 35–65 €/m²
- Komplettleistung (Lattung, Bahn, Eindeckung): 75–130 €/m²
Süddeutschland (München, Stuttgart, Frankfurt) liegt 15–25 Prozent über Bundesdurchschnitt, neue Bundesländer 10–18 Prozent darunter.
GEG 2024 und Steuerförderung beachten
Bei der Sanierung muss das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) eingehalten werden — der U-Wert für die oberste Geschossdecke oder das ausgebaute Steildach beträgt höchstens 0,14 W/m²K. Das bedeutet bei Mineralwolle WLG 035 eine Dämmstärke von mindestens 24 cm.
Bei selbstgenutztem Wohneigentum, das älter als zehn Jahre ist, fördert §35c EStG energetische Sanierungsmaßnahmen mit 20 Prozent der Kosten, maximal 40.000 Euro pro Wohnobjekt, verteilt auf drei Steuerjahre. Voraussetzung ist eine Fachunternehmer-Bescheinigung. Alternativ KfW-Programm 458 mit Tilgungszuschuss.
Häufige Fehler
Dachüberstand vergessen. Ein 8×10 m Haus hat nicht 80 m² Dachfläche, sondern bei 50 cm Überstand auf jeder Seite und 35 Grad Neigung 121 m² echte Dachfläche.
Falscher Lattabstand. Beim Biberschwanz ist der Lattabstand mit 14–16 cm deutlich enger als bei der Frankfurter Pfanne — wer hier den falschen Wert ansetzt, hat doppelt soviel oder nur die Hälfte der Lattung.
Verschnitt zu niedrig. Walmdach mit zwei Kehlen und einer Gaube bei 8 Prozent Verschnitt — am Ende fehlen 50 Ziegel und der Innungsbetrieb berechnet Nachlieferung mit Express-Aufschlag.
Sturmklammern vergessen. Bei verminderter Dachneigung oder über 60 Grad sind Sturmklammern an jedem Ziegel Pflicht nach DIN EN 1991-1-4 (Windlast). Wer das beim Aufmaß übersieht, hat 1.500–2.500 Klammern zu wenig kalkuliert.
Lüftungsziegel sparen. Mindestens 200 cm² Lüftungsquerschnitt pro laufendem Meter Traufe nach Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Ohne ausreichende Hinterlüftung droht Tauwasser im Sparrenbereich.
Was der Rechner nicht enthält
- Dachfenster (Velux, Roto): 800–1.800 Euro pro Stück inkl. Eindeckrahmen
- Schornsteinanschluss und Schornsteineinfassung: 350–650 Euro
- Dachrinnen und Fallrohre (Titanzink): 28–45 Euro/lfm
- Solar- oder PV-Halterungen
- Gerüst: 6–12 Euro/m² Fassade pro Monat
- Abriss und Entsorgung der Altdeckung: 18–35 Euro/m²
Für eine vollständige Sanierungssumme rechnen Sie 12 bis 18 Prozent auf die Materialliste auf, plus Arbeitslohn und Nebenkosten.
Verwandte Rechner
- Dachflächen-Rechner — nur Flächenberechnung in m²
- Dachneigungs-Rechner — Neigung in Grad oder Prozent
- Flachdach Sanierung Kosten — für Anbauten und Garagen
Quellen: ZVDH Fachregeln für Dachdeckungen 2026; ZVDH-Kostenkennwerte 2026; MyHammer Marktreport Q1 2026; Verbraucherzentrale Bundesverband 2026; DIN 1991-1-3 (Schneelast); DIN 1991-1-4 (Windlast); DIN 4108 (Wärmeschutz); DIN 18338 VOB Teil C (Dachdeckungs- und Dachdichtungsarbeiten); GEG 2024; §35c EStG.