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Dachneigung Rechner

Kostenloser Dachneigungsrechner. Umrechnen zwischen Neigungswinkel in Grad, Steigung und Sparrenlänge. Sparren- und Flächenfaktor für genaue Materialberechnung nach Fachregeln des ZVDH.

Roof Pitch Calculator

Pitch (X/12)
6/12
Angle
26.57°
Slope factor
1.118
Multiply roof footprint by this for surface area

So nutzen Sie den Dachneigungsrechner

Der Rechner bietet drei Eingabemodi für die Werte, die Sie auf der Baustelle haben:

  • Aus Höhe und Lauflänge — die übliche Methode bei der Aufmaßaufnahme im Dachstuhl, mit Wasserwaage und Maßband
  • Aus dem Winkel in Grad — wenn Sie die Neigung bereits aus den Bauplänen, einem digitalen Neigungsmesser oder einer Smartphone-App haben
  • Aus Sparrenlänge und Höhe — bei vorhandener Schnittzeichnung oder einem fertig zugeschnittenen Sparren

Der Rechner gibt drei Werte zurück:

  1. Steigung als X/12 — das amerikanische Format, gelegentlich auf importierter Software zu sehen
  2. Winkel in Grad — der deutsche Standard, der auf Bauplänen, in DIN-Normen und in den Fachregeln des ZVDH verwendet wird
  3. Flächenfaktor (Dachflächenfaktor) — multiplizieren Sie die Grundrissfläche mit diesem Wert, um die tatsächliche Dachfläche für Ziegel-, Unterdach- und Dämmstoffmengen zu erhalten

Warum die Dachneigung wichtig ist

Die Dachneigung bestimmt nahezu jede weitere Entscheidung beim Dachaufbau:

  • Materialwahl — Tondachziegel ab 22 Grad bis 30 Grad Regeldachneigung, Schiefer ab 25 Grad, Faserzement ab 18 Grad, Bitumenschindeln ab 17 Grad. Unter 10 Grad sind Flachdachabdichtungen vorgeschrieben
  • Schneelastauslegung — DIN EN 1991-1-3 und der Nationale Anhang setzen Schneelastzonen 1 bis 3 mit Geländehöhenkorrektur. Steilere Dächer reduzieren die Schneelast durch Selbstabrutschen
  • Windsogsicherung — DIN EN 1991-1-4 fordert je nach Windzone und Geländekategorie Sturmklammern für Dachziegel, Befestigungsschemata für Schiefer und Klipp-Befestigung für Stehfalz. Die Schemata variieren mit der Neigung
  • Begehbarkeit — bis etwa 33 Grad sind Dächer mit Trittbohlen begehbar; ab 45 Grad sind Dachfanggerüste oder PSAgA nach DGUV Vorschrift 38 vorgeschrieben
  • Dachentwässerung — Rinnenneigung und Fallrohrdimensionierung nach DIN 1986-100 hängen vom Spitzenabfluss ab, der wiederum von der Grundrissfläche bestimmt wird

Übliche Dachneigungen in Deutschland

Deutsche Wohnhäuser haben sich auf wenige typische Neigungsbereiche eingependelt, geprägt durch Ziegelmindestneigungen, Bauträgerstandards und Bebauungspläne:

DachformÜbliche NeigungÜbliche Materialien
Flachdach0° bis 5°Bitumen, EPDM, PVC-Folie, Bekiesung
Pultdach modern5° bis 20°Stehfalz, Aluminium, Faserzement
Niedrige Wohnneigung20° bis 25°Betondachsteine, niedrigneigungs-Tondachziegel
Standard-Satteldach30° bis 45°Tondachziegel, Betondachstein, Schiefer
Steile Wohnneigung45° bis 55°Tondachziegel, Schiefer, Tonschindel
Mansarddach60° bis 75°Schiefer, Schindel, Stehfalz

Ein typisches Reihenhaus aus den 1990er Jahren hat 38 bis 42 Grad. Moderne Bauträger-Einfamilienhäuser tendieren zu 30 Grad als Kompromiss zwischen Höhe und Wohnraum unterm Dach. Im Süden (Bayern, Baden-Württemberg) sind höhere Neigungen üblich, im Norden (Schleswig-Holstein, Hamburg) auch 22 bis 28 Grad mit Flachpfanne.

Die Formeln

Neigung aus Höhe und Lauflänge:

Steigung = Höhe ÷ Lauflänge
Winkel (Grad) = arctan(Höhe ÷ Lauflänge)
Steigung in Prozent = (Höhe ÷ Lauflänge) × 100

Neigung aus dem Winkel:

Steigung = tan(Winkel)
Höhe pro Meter Lauflänge = tan(Winkel) × 1000 mm

Flächenfaktor für die Eindeckungsfläche:

Flächenfaktor = 1 ÷ cos(Winkel)
             = √(1 + Steigung²)

Rechenbeispiel — Reihenhaus mit 8 m × 10 m Grundriss und 38 Grad Dachneigung:

Grundrissfläche = 80 m²
Flächenfaktor bei 38° = 1,269
Tatsächliche Dachfläche = 80 × 1,269 = 101,5 m²
Mit 8 % Verschnitt für Tondachziegel = 109,6 m²

Referenztabelle Dachneigung Deutschland

GradSteigungProzentFlächenfaktorTypische Anwendung
0,0878,7 %1,004Pultdach, Stehfalz
10°0,17617,6 %1,015Stehfalzdach, Niedrigneigung
15°0,26826,8 %1,035Faserzementplatten
18°0,32532,5 %1,051Bitumenschindel-Mindestneigung
22°0,40440,4 %1,079Betondachstein-Regelneigung
25°0,46646,6 %1,103Schiefer (deutsche Deckung)
30°0,57757,7 %1,155Tondachziegel-Regelneigung
35°0,70070,0 %1,221Modernes Einfamilienhaus
38°0,78178,1 %1,269Reihenhausstandard
45°1,000100,0 %1,414Steiles Satteldach
60°1,732173,2 %2,000Mansardunterteil

Aufmaß-Methode

In Deutschland erfolgt die Aufmaßaufnahme meist im Dachgeschoss, weil äußerer Zugang ohne Gerüst nach DGUV-Regeln nicht zulässig ist:

  1. Einstieg in den Dachstuhl durch die Dachluke. Vorsicht bei Mineralwolldämmung und Sparrenanker
  2. Sauberen Sparren auswählen, abseits von Querstreben und Pfetten
  3. Wasserwaage 1 m waagerecht an die Sparrenunterseite halten, Libelle mittig
  4. Höhenabstand messen vom Ende der Wasserwaage zum Sparren, in Millimetern
  5. In den Rechner eintragen — Höhe (Abstand) und Lauflänge (1000 mm)
  6. An einem zweiten Sparren der gegenüberliegenden Dachseite wiederholen. Altbauten haben oft asymmetrische Neigungen durch Setzungen oder spätere Umbauten

Bei vorhandener Außenfassade kann ein Smartphone-Neigungsmesser direkt auf der Ziegelfläche angesetzt werden — drei Messungen mitteln, weil einzelne Ziegel rollen können.

Dachneigung und Bauvorschriften

Die deutsche Dachneigung ist in mehreren Regelwerken verankert:

  • Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) — Regeldachneigung pro Eindeckungsmaterial
  • DIN EN 1991-1-3 Schneelasten — Bemessungsschneelast und Geländekorrekturen
  • DIN EN 1991-1-4 Windlasten — Windsogsicherung und Befestigungsschemata
  • DIN 18531 (Flachdach), DIN 18532 (Industrieflachdach), DIN 18299 — Abdichtungsregeln
  • Landesbauordnungen — Bebauungspläne können Dachneigung als Festsetzung vorschreiben

Bei Unterschreitung der Regeldachneigung sind nach ZVDH-Fachregel zusätzliche Maßnahmen erforderlich — regensicheres Unterdach, wasserdichtes Unterdach oder Nahtabdichtung. Diese Anforderungen müssen vom Dachdeckermeister in den Werkvertrag aufgenommen werden, sonst entfällt die Mängelhaftung.

Verwandte Rechner

Quellen: Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH); DIN EN 1991-1-3 Schneelasten; DIN EN 1991-1-4 Windlasten; DIN 18531 Abdichtung von Dächern; Verbraucherzentrale Bauberatung; technische Datenblätter Erlus, Braas, Creaton.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Dachneigung von 30 Grad?
Eine Dachneigung von 30 Grad bedeutet, dass das Dach pro 1000 mm waagerechter Strecke um 577 mm steigt. Das entspricht einer Steigung von 57,7 Prozent. 30 Grad ist die typische Mindestneigung für Tondachziegel und gilt nach den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks (Fachregel des ZVDH) als Regeldachneigung für viele Produkte.
Welche Mindestdachneigung gilt für Dachziegel in Deutschland?
Die Regeldachneigung wird vom ZVDH produktbezogen festgelegt. Tondachziegel und Betondachsteine haben meist eine Regeldachneigung von 22 Grad bis 30 Grad, Schiefer (deutsche Eindeckung) ab 25 Grad bis 30 Grad. Unterhalb der Regeldachneigung sind Zusatzmaßnahmen wie regensichere oder wasserdichte Unterdachkonstruktionen erforderlich. Unter 10 Grad sind Bitumen- oder Folienabdichtungen vorgeschrieben.
Wie messe ich die Dachneigung im Dachstuhl?
Halten Sie eine 1 m lange Wasserwaage waagerecht an die Unterseite eines Sparrens und messen Sie den senkrechten Abstand vom Ende der Wasserwaage zum Sparren. Höhenunterschied in Millimetern geteilt durch 1000 mm ergibt den Tangens der Neigung. Diesen Wert tragen Sie im Rechner als Winkel ein, oder geben Sie Höhe und Lauflänge direkt ein. An mindestens zwei Stellen messen — Altdächer setzen sich oft ungleich.
Wie berechne ich den Flächenfaktor (Dachflächenfaktor) für die Eindeckung?
Der Flächenfaktor ergibt sich aus 1 geteilt durch den Kosinus des Neigungswinkels, oder aus der Wurzel von (1 plus Steigung-zum-Quadrat). Bei 30 Grad ist der Faktor 1,155, bei 45 Grad 1,414. Multiplizieren Sie die Grundrissfläche mit dem Faktor, um die echte Dachfläche zu erhalten. Beispiel: 80 m² Grundriss bei 30 Grad ergibt 92,4 m² Dachfläche.
Welche Dachneigung ist für Photovoltaik in Deutschland optimal?
Für eine fest montierte Süd-Anlage in Deutschland liegt der Ertragsoptimum-Winkel bei 30 bis 36 Grad. Frankfurt und München liegen bei rund 32 Grad, Hamburg bei 36 Grad, Berlin bei 34 Grad. Bei abweichender Dachneigung muss entweder mit Aufständerungen gearbeitet werden oder ein Ertragsverlust von wenigen Prozent in Kauf genommen werden — flach montiert auf einem 22-Grad-Dach bedeutet etwa 2 bis 3 Prozent weniger Ertrag gegenüber dem Optimum.

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