Dach Kosten Rechner
Vollständige Kostenermittlung für eine Dachsanierung in Deutschland 2026: Tonziegel, Betondachstein, Schiefer, Metalldach und Bitumenbahn — aufgeschlüsselt nach Material, Lohn, Abriss, Entsorgung und Genehmigung nach DIN.
Roof Cost Calculator
Estimate the full installed cost of a sloped-roof replacement, broken down by material, labour, tear-off, disposal, underlay, and gutters. Currency and pricing are matched to your selected locale.
Was dieser Rechner ermittelt
Der Rechner liefert die vollständige Investitionssumme für eine Dachsanierung in Deutschland 2026, gegliedert nach den Positionen, die ein ZVDH-Innungsbetrieb auf einem schriftlichen Angebot ausweist:
- Dachmaterial — Betondachsteine, Tonziegel, Naturschiefer, Holzschindeln, Trapezblech, Stehfalz-Metalldach, Bitumenbahnen
- Verlegeleistung — abhängig von Dachneigung und Komplexität (Gauben, Kehlen, Anschlüsse)
- Abrissleistung — einlagig oder bis auf den Dachstuhl
- Entsorgung — Mülldeponiegebühren je Bundesland, Schiefer und Tonziegel teurer wegen Gewicht
- Unterspannbahn — diffusionsoffene Folie nach DIN 4108-3 (Tyvek Supro, Klober Permo)
- PIR- oder Steinwolledämmung — zur Erfüllung der GEG-2024-Anforderungen U ≤ 0,20 W/m²K
- Dachrinnen und Fallrohre — optional, je laufendem Meter
- Genehmigung und Sonstiges — Bauanzeige, Statiknachweis bei Bedarf, 250–600 Euro
So nutzen Sie den Rechner
- Dachfläche aufmessen — Länge mal Breite mal Schrägenfaktor in Quadratmeter. Bei verwinkelten Dächern Rechtecke summieren. Nutzen Sie unseren Dachflächenrechner zur Umrechnung Grundriss → Dachfläche.
- Dachneigung festlegen — Deutsche Steildächer haben typisch 35°–50° (8.4/12 bis 14/12). Steilere Dächer benötigen mehr Lohn.
- Material wählen — Betondachstein für klassische Sanierung (60% Marktanteil in Deutschland nach ZVDH 2026); Tonziegel für Charakterhäuser und Bestand; Naturschiefer im rheinischen, hessischen, sauerländischen Raum; Stehfalz-Zink für moderne Gebäude.
- Region — München, Stuttgart, Frankfurt: 15–25 Prozent über Bundesdurchschnitt; Berlin, Hamburg, NRW-Metropolen: nahe am Mittel; Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern: 10–18 Prozent darunter.
- Komplexität — einfaches Satteldach: “einfach”. Walmdach mit ein, zwei Gauben: “mittel”. Mansardendach mit mehreren Gauben, Schornsteinen, Erkern: “komplex” — 12–28 Prozent Lohnaufschlag.
- Abriss, Dämmung, Dachrinne — separat aktivieren und mengen.
Typische Sanierungskosten in Deutschland 2026
Diese Spannen spiegeln bundesweite Preise aus der ZVDH-Branchenumfrage 2026, MyHammer und der Verbraucherzentrale-Bauberatung wider:
| Material | Material (€/m²) | Verlegt (€/m²) | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Betondachstein | 22–35 | 110–150 | 50+ J |
| Tonziegel S-Form | 32–55 | 130–180 | 80+ J |
| Tonziegel Biberschwanz | 45–75 | 165–225 | 100+ J |
| Naturschiefer Moselart | 75–135 | 220–340 | 100+ J |
| Naturschiefer altdeutsch | 95–185 | 280–450 | 100+ J |
| Stehfalz-Zinkblech | 65–115 | 195–285 | 80+ J |
| Trapezblech verzinkt | 28–48 | 95–135 | 35 J |
| Bitumenschindel | 18–32 | 75–115 | 25 J |
| Holzschindel Lärche | 55–95 | 175–245 | 30 J |
“Verlegt” enthält Eindeckung, Standardanschlüsse, Genehmigung und Lohn — Abriss, Dämmungs-Upgrade und neue Dachrinne werden separat ausgewiesen.
Was den Preis beeinflusst
Dachfläche. Die Kosten skalieren linear pro Quadratmeter, aber sehr kleine Dächer unter 50 m² (Anbau, Garage) tragen einen Mindestbetrag von 2.500 bis 4.500 Euro wegen Anfahrt, Gerüst und Containermiete.
Dachneigung. 35° (8.4/12) — Lohnmultiplikator 1,05. 45° (12/12) — Multiplikator 1,18. 60° (Mansarde, Turmspitze) — Multiplikator 1,32 plus Spezialgerüst. DIN 1991-1-3 schreibt Mindestneigung von 22° für Tonziegel und Betondachsteine vor; mit Sondermaßnahmen auch flacher.
Abrisslagen. Eine Lage Ziegel mit Lattung abreißen: 12–18 €/m². Bis auf den Dachstuhl mit Holzaustausch: 22–32 €/m². Asbesthaltige Eternit-Wellplatten (vor 1995 verbaut) erfordern TRGS 519 zertifizierten Fachbetrieb — 60–110 €/m².
Wärmedämmung. GEG 2024 fordert U ≤ 0,20 W/m²K bei Sanierung von mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche. Aufsparrendämmung 180 mm PIR (Bauder, Linzmeier): 65–95 €/m². Zwischensparrendämmung 200 mm Mineralwolle plus Aufdoppelung: 38–58 €/m². Verzicht ist nicht zulässig außer bei denkmalgeschützten Gebäuden mit Befreiungsbescheid.
Bundesland. Lohnsätze treiben 30–40 Prozent der regionalen Varianz. Bayern und Baden-Württemberg liegen 15–22 Prozent über Bundesdurchschnitt. NRW, Hessen nahe am Mittel. Berlin/Brandenburg, Hamburg leicht über Mittel. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern 10–18 Prozent darunter.
Schneelastzone. Schneelastzonen 2 und 3 (Bayerische Alpen, Erzgebirge, Harz, Bayerischer Wald) verlangen höhere Tragfähigkeit und kräftigere Sparren. Ein Statiknachweis ist Pflicht — 350–800 Euro durch einen Bauingenieur.
Denkmalschutz. Bei denkmalgeschützten Gebäuden muss die Untere Denkmalschutzbehörde die Materialien vorab freigeben. Meist Tonziegel oder Naturschiefer, identische Form und Farbe wie Bestand. Antragsverfahren 8–14 Wochen. Material- und Lohnaufschlag 25–45 Prozent.
Betondachstein vs Tonziegel vs Schiefer — die deutsche Wahl
Betondachsteine (Braas Frankfurter Pfanne, Erlus E58, Nelskamp F10) sind die Standardwahl auf 60 Prozent der deutschen Steildächer. Hohe Festigkeit, gleichmäßige Form, weite Auswahl an Farben (anthrazit, rot, schwarz, kupfer). Nach 20–25 Jahren verlieren die Beschichtungen Farbe und Glanz — der Dachstein hält aber weitere 25–35 Jahre. Beste Wahl für: Standardsanierung 1960er-1990er Jahre Häuser, neuer Bauplatz, Familienhäuser ohne Denkmalauflage.
Tonziegel (Erlus, Creaton, Wienerberger, Koramic) sind die traditionelle deutsche Eindeckung. Brennvorgang macht den Ziegel chemisch stabil — kaum Farbverlust über 100 Jahre. S-Pfanne, Doppelmuldenziegel und Biberschwanz sind die häufigsten Profile. 30–50 Prozent teurer als Betondachstein, aber ein Drittel länger haltbar. Beste Wahl für: Charakterhäuser, Altbauten, Denkmalbereiche.
Naturschiefer (Rathscheck, Magog, MEAG) ist die Premiumwahl im rheinischen, hessischen, sauerländischen, bergischen Raum. Mosel-, Eifel-, Lahn- und Sauerlandschiefer aus deutschen Brüchen. Lebensdauer 100+ Jahre. Altdeutsche Deckung mit Schablonen-Hammer und Hand-Vermauerung ist die hochwertigste — entsprechend teuer. Beste Wahl für: rheinische Fachwerkhäuser, repräsentative Villen, Denkmäler.
Stehfalz-Metalldach (Rheinzink, VMZinc, KalZip Aluminium) ist die moderne Premiumalternative. Lebensdauer 80+ Jahre, entwickelt natürliche Patina. Bei moderner Architektur und Dachausbauten häufig das passende Material.
Trapezblech und Wellblech sind die Wahl für Garagen, Carports, Wirtschaftsgebäude. Auf Wohnhäusern selten — Schallübertragung bei Regen kann lästig sein.
Häufige Kostenfallen
Asbesthaltige Eternit-Wellplatten. Vor 1995 verbaute Eternit-Wellplatten enthalten Asbestfasern. TRGS 519 zertifizierter Fachbetrieb für Demontage und Entsorgung — 60–110 €/m² zusätzlich plus 3–7 Tage Stillstand für Probenanalytik und Klärung der Entsorgungswege.
Schadhafter Dachstuhl. Bei Sanierungen aus den 1950ern-1970ern zeigt sich nach Abriss oft Hausschwammbefall, Holzbockschäden oder Pilzfäule an Sparrenfüßen. Austausch und Holzschutzbehandlung 35–85 €/lfm Sparren.
Schornsteinkopf erneuern. Alte Schornsteinköpfe mit defekter Verputzung, schadhaften Ziegeln oder fehlenden Abdeckhauben sollten beim Sanierungsanlass erneuert werden — 600–1.800 Euro pro Schornstein. Bei Stilllegung kann der Schornstein bis zur Decke zurückgebaut werden — 1.500–4.000 Euro.
Dachgauben undicht oder marode. Alte Dachgauben mit Bitumeneindeckung der Wangen, defekten Anschlüssen oder undichten Fenstern werden bei der Sanierung mit überarbeitet — 850–2.500 Euro pro Gaube.
Photovoltaik-Anlagenversetzung. Wenn eine PV-Anlage besteht, muss der Solarteur die Module abbauen und nach Eindeckung wieder montieren — 800–1.500 Euro pro Anlage. Bei Sanierung bietet sich In-Dach-PV als Ersatz an.
Dachrinnenmodernisierung. Alte Zinkrinnen sind oft korrodiert. Neue Titanzink- oder Kupferrinnen 35–55 €/lfm; Kunststoff-Rinnen 18–28 €/lfm. Fallrohre 28–48 €/lfm.
Reparatur oder Sanierung
Reparatur lohnt, wenn:
- Das Dach unter 60 Prozent der erwarteten Lebensdauer hat
- Der Schaden punktuell ist (gerissene Ziegel, undichter Anschluss, defekte First- oder Gratabdeckung)
- Die Unterspannbahn noch in Ordnung ist (unter 25 Jahre)
- Weniger als 15 Prozent der Fläche Schäden zeigen
Sanieren ist sinnvoll, wenn:
- Die Unterspannbahn versagt (über 30 Jahre)
- Mehrere Ziegel verschoben oder gebrochen sind
- Mörtelfugen an First, Grat und Anschlüssen großflächig versagt haben
- Wiederholte Reparaturen nicht gehalten haben
- Sie eine PV-Anlage installieren möchten — erst sanieren, dann PV
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Quellen: ZVDH-Fachregeln Dachdeckungen 2026; DIN 1991-1-3 (Schneelasten); DIN 4108-3 (Klimabedingter Feuchteschutz); Gebäudeenergiegesetz GEG 2024; Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels — Dach; ZVDH-Branchenumfrage 2026; Verbraucherzentrale Bauberatung 2026; technische Datenblätter Braas, Erlus, Creaton, Rathscheck, Wienerberger.