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Pultdachhöhen-Rechner

Berechnen Sie die Höhe eines Pultdachs aus Spannweite und Neigung in Grad. Gibt Sparrenlänge, Neigungsfaktor und Flächenmultiplikator nach DIN EN 1995-1-1 NA und ZVDH-Fachregeln aus.

Pultdachhöhen-Rechner

Berechnung anhand:
Höhe (m)
1
Winkel
14.04°
Sparrenlänge (m)
4.432
Neigungsfaktor
1.031
Grundfläche mit diesem Faktor multiplizieren für die echte Dachfläche.

Was dieser Rechner berechnet

Dieses Werkzeug berechnet die vertikale Höhe eines Pultdachs aus der Spannweite und entweder der Neigung in Grad oder einer Zielhöhe. Es gibt die Höhe, den Neigungswinkel, die Sparrenlänge (einschließlich Traufüberstand) und den Neigungsfaktor zurück — den Multiplikator, mit dem Sie die Grundfläche multiplizieren, um die echte Dachfläche zu erhalten.

Eingabe in Metern. Die Ausgabe ist konsistent mit DIN EN 1995-1-1 NA (Bemessung von Holzbauten), DIN EN 1991-1-3 NA (Schneelasten), DIN 4108 (Wärmeschutz) und der ZVDH-Fachregel für geneigte Dächer 2024.

Wie die Pultdach-Berechnung funktioniert

Ein Pultdach ist im Schnitt ein rechtwinkliges Dreieck. Die horizontale Kathete ist die Spannweite, die vertikale Kathete ist die Höhe und die Hypotenuse ist die Sparrenlänge entlang der Schräge. Die Beziehungen sind:

  1. Höhe = Spannweite × tan(Winkel) bei Neigungseingabe in Grad.
  2. Winkel = atan(Höhe / Spannweite) bei Höheneingabe.
  3. Neigungsfaktor = sec(Winkel) = 1 / cos(Winkel) — Grundfläche × Faktor = echte Dachfläche.
  4. Sparrenlänge = (Spannweite + Überstand) × sec(Winkel) — Sparrenmaterial pro Stück.

Der Neigungsfaktor ist relevant, weil Ziegel, Trapezblech und Dachbahnen pro Quadratmeter echter Dachfläche bestellt werden, nicht pro Quadratmeter Grundfläche.

Referenz-Testfälle

SpannweiteWinkelÜberstandHöheSparrenlängeNeigungsfaktor
4,0 m14°0,5 m0,997 m4,64 m1,031
3,0 m0,3 m0,368 m3,33 m1,007
5,0 m22°0,5 m2,020 m5,93 m1,079
6,0 m11°0,6 m1,166 m6,72 m1,018

Die erste Zeile ist der typische deutsche Anbau bei 14° Neigung — geeignet für Trapezblech (Bemo Monro, Saruna), reduzierte Dachneigung mit diffusionsoffener Unterdeckbahn unter Tonziegel, oder als Bitumendeckung bei Garagen und Carports.

Materialien und Mindestneigungen

ZVDH-Fachregel Mindestdachneigungen (Auszug):

  • (1:20) — Vollflächig verklebte Kunststoffdachbahnen (Sika Sarnafil S, Bauder PVC E.K.O., Wolfin GWSK), Flüssigkunststoff-Abdichtungen.
  • (1:11,4) — Selbstklebende Bitumenschweißbahn, Stehfalz Zinkblech (Rheinzink prePATINA, VMZINC).
  • — Mehrlagige Bitumendeckung mit Heißklebung, Trapezblech mit Querstoßdichtung.
  • 14° — Trapezblech (Bemo, Kalzip, Saruna) ohne Querstoßdichtung.
  • 18° — Falzziegel mit verlängertem Kopffalz (Erlus Tegalit Plus, Braas Tegalit Stylish, Nelskamp G10) als reduzierte Dachneigung.
  • 22° — Regeldachneigung für Tonziegel und Betondachsteine (Erlus E58, Braas Frankfurter Pfanne, Nelskamp F12, Wienerberger Koramic).
  • 25° — Biberschwanzdeckung, Doppeldeckung Tonziegel.

Für einen typischen deutschen Anbau (4 × 6 m Pultdach) ist die günstigste konforme Konstruktion eine 14°-Trapezblechdeckung auf 28 mm OSB/3-Schalung. Q1 2026 Preise von BAUHAUS, OBI, Hagebau und Hornbach: 65 bis 110 €/m² installiert für Bemo Monro 0,7 mm Aluminium oder Saruna Stahl 0,5 mm verzinkt mit Pulverbeschichtung. Eine Tonziegeldeckung (Erlus Tegalit Plus, Braas Tegalit Stylish) bei 18° kostet 95 bis 145 €/m² installiert (ZVDH Mitgliederbefragung 2026).

Code- und Normverweise

  • DIN EN 1995-1-1 NA (Eurocode 5) — Bemessung und Konstruktion von Holzbauten.
  • DIN EN 1991-1-1 NA — Allgemeine Einwirkungen (Wichten, Eigenlasten, Nutzlasten).
  • DIN EN 1991-1-3 NA — Schneelasten, mit Schneelastzonen 1, 1a, 2, 2a, 3 und Höhenkorrektur über 285 m üNN.
  • DIN EN 1991-1-4 NA — Windlasten mit Windzonen 1, 2, 3, 4 für Deutschland.
  • DIN 4108 — Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden.
  • DIN 18338 — VOB Teil C, Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten.
  • GEG 2024 — Gebäudeenergiegesetz; § 47 zur obersten Geschossdecke und Aufdoppelungspflicht.
  • ZVDH-Fachregel für geneigte Dächer 2024 — Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks.
  • Landesbauordnungen (LBO) der Bundesländer für verfahrensfreie Vorhaben.

Praktische Hinweise für deutsche Pultdächer

Schneelastzonen. Deutschland ist nach DIN EN 1991-1-3 NA in Schneelastzonen 1 (sk = 0,65 kN/m² für Norddeutschland und Rheintal), 1a (Mittlere Lagen), 2 (sk = 1,15 kN/m² für Süddeutschland-Mittellagen, Erzgebirge, Harz), 2a, 3 (Höhenlagen über 600 m üNN) eingeteilt. Über 285 m üNN gilt Höhenkorrektur sk(h) = sk × (1 + (h/256)² × Faktor je Zone). Der Schneelast-Rechner übernimmt die volle Eurocode-Berechnung mit μ1, Ce, Ct.

GEG 2024 § 47 Nachrüstpflicht. Bei Eigentümerwechsel innerhalb von 2 Jahren ist die oberste Geschossdecke oder das Dach auf U≤0,24 W/m²K zu dämmen, sofern noch nicht erfolgt. Bei energetischer Vollsanierung gilt U≤0,14 W/m²K (KfW EH40-EE) oder U≤0,16 W/m²K (KfW EH55) — siehe Dachdämmung-Rechner für die U-Wert-Berechnung.

ABF / Denkmalschutz. In Sanierungsgebieten, Denkmalbereichen und bei Einzeldenkmälern (Erfgoedwet, jeweilige Landesgesetze, Bundesgesetz Denkmalschutz) ist die Erhaltung der ursprünglichen Dachneigung mit ±2° und der ursprünglichen Eindeckung (z. B. handgestrichener Biberschwanzziegel von Erlus Brennereihe Markt) Pflicht. Eine Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde ist immer erforderlich.

Förderprogramme. BAFA BEG-EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen) bietet 15-20 % Zuschuss für die Dachdämmung mit individueller Sanierungsfahrplan-Bonus (iSFP) +5 %. KfW 261/461 gewährt Förderkredite bis 150.000 € pro Wohneinheit für Effizienzhaus-Sanierungen mit Tilgungszuschuss bis 45 %. § 35a EStG erlaubt 20 % Steuerermäßigung auf Handwerkerleistungen (max. 1.200 € pro Jahr).

Luftdichtheit. GEG 2024 fordert nach DIN EN ISO 9972 Luftwechselrate n50 ≤ 1,5 h⁻¹ (mit Lüftungsanlage 1,0 h⁻¹). Pultdächer sind durch den Wandanschluss zur Bestandswand besonders kritisch — eine luftdichte Anschlussfolie (Pro Clima Tescon Vana, SIGA Wigluv) und EPDM-Anschlussfolie sind Stand der Technik.

Quellen und Fachliche Belege

  • ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks) — Fachregel für geneigte Dächer 2024 + Fachregel für Abdichtungen.
  • MyHammer 2026 — Pultdach-Anbau Kostendaten, 1.500 bis 4.500 € für 3 × 4 m Anbau.
  • Daa.net 2026 — Handwerkermarkt Marktpreisrecherche, 65 bis 145 €/m² je nach Eindeckung.
  • Verbraucherzentrale — Bundesverband, Energieberatung Dachsanierung 2025.
  • BAUHAUS, OBI, Hagebau, Hornbach — Q1 2026 Einzelhandelspreise für Trapezblech, Tonziegel, OSB-Schalung und Aufsparrendämmung.
  • Erlus, Braas, Nelskamp, Wienerberger Koramic, Bauder, Klöber — Hersteller-Verlegerichtlinien Tonziegel und Betondachsteine 2025.

Häufig gestellte Fragen

Welche Dachneigung ist für ein Pultdach in Deutschland üblich?
Die meisten deutschen Pultdächer liegen zwischen 5° und 25°. Die ZVDH-Fachregel für geneigte Dächer legt die Regeldachneigung fest: 22° für Tonziegel und Betondachsteine mit Doppelmuldenfalz (Erlus E58, Braas Frankfurter Pfanne, Nelskamp F12), 25° für Biberschwanzdeckung, 18° für Falzziegel mit verlängertem Kopffalz (Tegalit, Dachtypen mit Sturm- oder Reduzierter Dachneigung). Für niedrigere Neigungen unter der Regeldachneigung sind Zusatzmaßnahmen erforderlich — diffusionsoffene Unterdeckbahn, vollflächige Schalung mit Bitumenbahn, oder doppelte Lattung. Bei Carports, Anbauten und kleinen Garten-Häusern ist 7° bis 14° die häufigste Wahl mit Trapezblech oder Bitumenwellplatten.
Wie berechne ich die Höhe eines Pultdachs aus Spannweite und Neigung?
Höhe = Spannweite × tan(Winkel). Bei einer 4 m Spannweite und 14° Neigung ist die Höhe 4 × tan(14°) = 4 × 0,2493 = 0,997 m. Umkehrung: Winkel = atan(Höhe / Spannweite). Die Sparrenlänge entlang der Schräge ist Spannweite / cos(Winkel), und der Neigungsfaktor (Multiplikator von Grundfläche zu echter Dachfläche) ist sec(Winkel) = 1 / cos(Winkel) bzw. sqrt(1 + (Höhe/Spannweite)²). Bei 14° beträgt der Faktor 1,031, sodass ein 4 m × 6 m Anbau eine Dachfläche von 24 × 1,031 = 24,7 m² hat — relevant für die Bestellmenge an Tonziegel, Trapezblech oder Bitumenwellplatte.
Welche Mindestneigung gilt für ein Pultdach nach ZVDH-Fachregel?
Die ZVDH-Fachregel für geneigte Dächer (2024) und die ZVDH-Fachregel für Abdichtungen unterscheiden zwischen Regeldachneigung und Mindestdachneigung. Mindestneigungen: 3° (1:20) für vollflächig verklebte Kunststoffdachbahnen (Sika Sarnafil, Bauder PVC, Wolfin), 5° (1:11,4) für selbstklebende Bitumenschweißbahn (Bauder TEC SD), 7° für mehrlagige Bitumendeckung mit Heißklebung. Über 22° gilt Regeldachneigung für Tonziegel — darunter sind Zusatzmaßnahmen Pflicht. Trapezblech (Saruna, Bemo, Kalzip) geht ab 3° (1:20) mit Längsstoßdichtungen, ab 5° ohne. Stehfalz Zinkblech (Rheinzink, VMZINC) geht ab 3°.
Wie wirkt sich der Dachüberstand auf die Sparrenlänge aus?
Der Überstand verlängert die horizontale Strecke proportional, sodass die Sparrenlänge im gleichen Neigungsverhältnis wächst. Bei 4 m Spannweite, 14° und 50 cm Traufüberstand ist die Sparrenlänge (4 + 0,5) × sec(14°) = 4,5 × 1,0306 = 4,64 m. ZVDH-Fachregel und Konstruktionshandbuch Holzbau empfehlen 30-50 cm Mindestüberstand an Traufe und Ortgang, um Schlagregen vom Wandanschluss fernzuhalten. Bei Sondersituationen wie Holzfassade oder WDVS sind 60-80 cm üblich. GEG 2024 und § 47 schreiben oft eine zusätzliche Aufdoppelung der Aufsparrendämmung vor — der Überstand ergibt sich dann aus der Dämmstärke + 30 cm.
Was ist der Neigungsfaktor und warum ist er wichtig?
Der Neigungsfaktor ist sec(Winkel) — das Verhältnis der echten Dachfläche zur Grundfläche. Bei 5° beträgt er 1,004, bei 10° 1,015, bei 14° 1,031, bei 22° 1,079, bei 30° 1,155. Multiplizieren Sie die Grundfläche des Anbaus mit dem Faktor, um die tatsächliche Dachfläche zu erhalten — relevant für die Bestellung von Ziegeln, Trapezblech oder Dachbahn. Ein 4 × 6 m Anbau bei 14° hat 24 m² Grundfläche und 24,7 m² Dachfläche. Stückzahl Ziegel: 24,7 m² × ca. 11,5 Stück/m² (Tegalit Plus) = 285 Ziegel + 3% Verschnitt = 294 Ziegel zu bestellen.
Kann ich ein Pultdach mit hoher und niedriger Wand bauen?
Ja — das ist die typische Bauform. Die hohe Wand ist um genau die berechnete Höhe höher als die niedrige Wand. Bei 4 m Spannweite, 14° Neigung und 2,40 m Eaves-Wandhöhe steht die hohe Wand bei 2,40 + 0,997 = 3,40 m. Verfahrensfreie Vorhaben nach LBO (Landesbauordnung) der Bundesländer: Bayern (Art. 57 BayBO), Baden-Württemberg (§ 50 LBO), NRW (§ 62 BauO NRW) erlauben Carports und Garagen bis 30 m³ ohne Baugenehmigung — der Wert variiert je Bundesland. In Hanglagen, im Außenbereich, oder in Sanierungsgebieten ist immer Genehmigungspflicht zu prüfen.
Welche Sparrenstärke brauche ich für ein Pultdach?
Nach DIN EN 1995-1-1 NA und Trada Eurocode 5 Span Tables für C24-Sparren bei 80 cm Achsabstand und 0,75 kN/m² Schneelast (Schneelastzone 2 nach DIN EN 1991-1-3 NA): 60×120 mm bis 2,2 m, 60×140 mm bis 2,6 m, 60×160 mm bis 2,9 m, 60×180 mm bis 3,3 m, 80×200 mm bis 4,0 m, 80×220 mm bis 4,4 m. Schneelastzone 3 (Höhenlagen, Mittelgebirge) reduziert die Spannweiten um 15-25 %. Über 285 m über NN ist Höhenkorrektur nach DIN EN 1991-1-3 NA Anhang Anhang A erforderlich. Der [Sparren-Rechner](/de/calculators/roof-rafter-calculator/) berücksichtigt Holzart, Festigkeitsklasse, Schneelastzone und Achsabstand.
Wie ermittle ich die Höhe der hohen Wand bei einem Pultdach-Anbau?
Die hohe Wand steht um die berechnete Höhe + Sparrendepth über der niedrigen Wand. Bei 4 m Spannweite, 14° Neigung und einer niedrigen Wand mit 2,40 m Höhe schließt der Wandanschluss zur Bestandswand auf 2,40 + 0,997 = 3,40 m an. Falls eine Aufdoppelung mit Aufsparrendämmung erfolgt (üblich bei energetischer Sanierung mit GEG 2024 Anforderung U≤0,20 W/m²K für oberste Geschossdecke), addieren Sie die Dämmstärke + Konterlattung + Dachhaut. Bei 200 mm PUR-Aufsparrendämmung (Bauder PIR FA-TE) liegt die Wandanschlusshöhe dann bei 3,40 + 0,30 = 3,70 m.

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