Walmdach-Rechner
Kostenloser Walmdach-Rechner: Berechnen Sie Dachfläche in m², Sparrenlänge, Gratsparrenlänge und Firstlänge nach DIN 1991-1-3 und ZVDH-Fachregeln.
Walmdach-Rechner
Funktionsweise dieses Walmdach-Rechners
Geben Sie Gebäudelänge, Gebäudebreite, Dachüberstand und Dachneigung in Grad ein. Der Rechner liefert die Dachfläche in m², die Sparrenlänge, die Gratsparrenlänge, die Firstlänge und den Wert in Quadrat (1 Quadrat = 9,29 m²).
Das Walmdach ist die klassische deutsche Dachform für freistehende Einfamilienhäuser, vor allem in Norddeutschland und im Mittelmeerraum-inspirierten Bauen. Im Gegensatz zum Satteldach hat es vier geneigte Flächen — zwei Trapeze auf den Längsseiten und zwei Dreiecke auf den Stirnseiten — die sich an einem zentralen First treffen.
Die Geometrie, hergeleitet
Der Neigungsfaktor:
Neigungsfaktor = 1 / cos(Dachneigung in Grad)
Für deutsche Walmdächer typisch: 22° = 1,079; 30° = 1,155; 38° = 1,269; 45° = 1,414.
Dachfläche
Bemerkenswert: ein Walmdach bei rechteckiger Grundfläche und gleichmäßiger Neigung hat exakt die gleiche Dachfläche wie ein Satteldach mit derselben Grundfläche und Neigung. Die Summe der vier Walmflächen (zwei Trapeze + zwei Dreiecke) ergibt mathematisch:
Dachfläche (m²) = (Länge + 2·Überstand) × (Breite + 2·Überstand) × Neigungsfaktor
Sparren und Gratsparren
Sparrenlänge = (Breite/2) × Neigungsfaktor
Gratsparrenlänge = (Breite/2) × √(2 + tan²α)
Der Gratsparren spannt diagonal von der Hausecke zum Firstende und ist typisch 30–45% länger als ein normaler Sparren. Bei 30° Dachneigung und 9 m Breite: Gratsparren = 4,5 × √(2 + 0,333) = 6,87 m.
Firstlänge
Firstlänge = Länge − Breite
Die Überstände heben sich auf — nur die Differenz zwischen L und B zählt. Bei einem 12 × 9 m Haus ergibt sich 3,0 m First. Bei quadratischer Grundfläche schrumpft der First auf einen Punkt — Zeltdach.
Eingabe-Hinweise für deutsche Häuser
- Länge × Breite — am Sockel oder zur Traufe in Metern messen. Typisches freistehendes EFH 11 × 9 m, Doppelhaushälfte 5 × 11 m, Bungalow 13 × 11 m.
- Dachneigung — mit digitalem Neigungsmesser am Ortgang ablesen. DIN 18338 verlangt mindestens 22° Regeldachneigung für Standard-Tonziegel. Bei 16° muss eine wasserdichte Unterdeckung (USB-A Klasse) eingesetzt werden.
- Dachüberstand — typisch 40–60 cm bei modernen Häusern, 60–90 cm bei Passivhäusern und Holzhäusern, 30–40 cm bei Stadtvillen.
Preisrahmen Deutschland (2026)
Aktuelle ZVDH-Mitgliederdaten, MyHammer-Quotierungen und Verbraucherzentrale für 2026:
| Eindeckung | € / m² inkl. Montage | Walm-Aufschlag vs Sattel |
|---|---|---|
| Betondachstein (Braas, Nelskamp) | 75–110 | +6–10 €/m² |
| Tondachziegel Standard (Erlus, Creaton) | 95–145 | +8–14 €/m² |
| Naturschiefer (Rathscheck Schiefer) | 175–280 | +18–28 €/m² |
| Faserzement-Dachplatten (Eternit) | 105–150 | +10–18 €/m² |
| Stehfalz Aluminium / Zink (Rheinzink, VMZINC) | 195–290 | +20–35 €/m² |
| Bitumenschindeln (IKO, Onduline) | 65–95 | +5–9 €/m² |
Ein 130 m² Walmdach mit Tondachziegel zu 110 €/m² kostet rund 14.300 € für die Eindeckung, plus 1.800–3.500 € Gerüst, 300–600 € Containermiete, 600–1.200 € Grat-Trockensystem (Braas WakaPlus, Nelskamp DTS). BAFA und KfW (BEG-Einzelmaßnahme 442/261) fördern energetische Dachsanierungen mit Aufdachdämmung mit 18% Zuschuss.
Häufige Fehler
Trockenfirst- und Gratsystem vergessen. ZVDH verlangt seit 2018 mechanische Befestigung an jedem Grat- und Firstziegel — Mörtelbett allein genügt nicht mehr. Für ein 130 m² Walmdach werden typisch 25–35 m Trockenfirstband benötigt (1.000–1.800 €).
Schneefangsystem unterdimensioniert. Schneelastzone 2 oder 3 verlangt Schneefanggitter über jedem Eingang und Wintergarten. Auf Walmdächern braucht es das Gitter durchgehend an der Traufe rund ums Haus, nicht nur an Längsseiten.
Anschluss an Kehlen und Schornstein. Walmdächer mit Gauben haben Kehlen, die nach DIN 18338 mit 50 cm breitem EPDM oder Bleiblech eingedichtet werden müssen. Anschnitte am Schornstein verlangen Anschlussbleche mit mindestens 15 cm Aufkantung.
Dachüberstand nicht im Verschnittansatz berücksichtigt. Eine 60 cm Überdachung addiert bei einem 12 × 9 m Haus rund 24 m² zur Grundfläche, vor dem Neigungsfaktor — bei 30° Dachneigung sind das 28 m² zusätzliche Eindeckung. Im Materialeinkauf entgehen sonst leicht 2.500–3.000 €.
Normen und Vorschriften
- DIN EN 1991-1-3/NA:2024 — Schneelasten, Eurocode 1 mit nationalem Anhang.
- DIN 18338:2019 — Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten (VOB Teil C).
- Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) — Regeldachneigungen, Mindestüberdeckung, Trockensysteme.
- DIN EN 1995-1-1 — Bemessung und Konstruktion von Holzbauten (Eurocode 5) mit Sparrentabellen.
- GEG 2024 — Gebäudeenergiegesetz mit U-Wert-Anforderungen für Dachsanierungen (≤ 0,14 W/m²K).
- BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) — KfW 261/461, BAFA-Einzelmaßnahmen.
Im Gesamtprojekt einsetzen
Sobald Sie die m² berechnet haben, dimensionieren Sie das Tragwerk mit dem Sparrenrechner, kalkulieren das Budget mit dem Dachkostenrechner und bestätigen die Dachneigung mit dem Dachneigungsrechner. Für einen direkten Vergleich Walm vs Sattel rechnen Sie beide Formen mit dem Dachflächenrechner durch — die m² sind identisch, der Walm-Aufschlag entsteht durch Lohnkosten an den vier Graten und 2–4% mehr Verschnitt.
Das Walmdach ist die elegante Variante des deutschen Einfamilienhauses. Sind die Quadratmeter, Sparren- und Gratlängen sauber berechnet, fügen sich Materialbestellung, ZVDH-Detailausführung, BAFA-Förderantrag und Tragwerksplanung zu einem belastbaren Gesamtkonzept.